Abwehr ist der Trumpf

Die Siegesserie der HSG Twistetal geht weiter: Die Mannschaft von Trainer Dirk Wetekam gewann auch das siebte Spiel in Folge – 33:29 (19:11) gegen die HSG Bad Wildungen/F./B.. Damit überholten die Twistetaler den Waldecker Kontrahenten in der Tabelle, stehen auf Rang zwei und sind endgültig im Titelkampf angekommen.

Immer wieder konnten sich die Twistetaler durchsetzen: Auf diesem Bild können Jan Gerlach und Markus Appel (beide Bad Wildungen) Lars Fingerhut nicht stoppen. Foto: Spitzkopf

Der Erfolg vor 220 Zuschauern war überraschend ungefährdet. Die Gastgeber dominierten den Aufsteiger 45 Minuten lang nach Belieben, erst in der Schlussphase gestaltete Bad Wildungen die Niederlage erträglicher. Für Markus Appel war klar, warum sein Team verlor: „Wir haben heute gerade einmal 70 Prozent abgerufen“, sagte der 43-jährige Rückraumspieler der Gäste, der früher elf Jahre für die HSG Twistetal spielte. Und daher wusste Appel: „Hier musst du kämpfen und 120 Prozent geben, um zu gewinnen.“

Und das war genau der Unterschied. Denn im Gegensatz zu den Gästen merkte man der HSG Twistetal von Beginn an an, dass das Team das Spiel gewinnen wollte. Hochmotiviert und selbstbewusst traten die Gastgeber auf. Sie kämpften, gaben keinen Ball verloren und pushten sich gegenseitig nach gelungenen Aktionen immer wieder hoch. „Da habe ich Respekt vor den Jungs, wie sie in das Spiel gegangen sind“, zollte auch Trainer Dirk Wetekam seinem Team in Sachen Einstellung großen Respekt.

Bad Wildungen holte zu Beginn zwar einen schnellen 3:6-Rückstand auf, doch nach dem 6:6 startete der Twistetaler Express richtig durch. Die Gastgeber zogen innerhalb weniger Minuten auf 11:7 davon, wirkten immer einen Schritt schneller als die Gäste, die der physischen Stärke der Twistetaler bei 1:1-Situationen in Angriff und Abwehr nichts entgegenzusetzen hatten. Bis zum Seitenwechsel wuchs der Vorsprung auf 19:11. „Wir wollten eine aggressive 6:0-Deckung spielen. Und was war: nichts“, musste Bad Wildungens Trainer Zoltan Bartalos erkennen.

Anders die Gastgeber, die eine ungemein sichere und aufmerksame Deckung stellten, hinter der mit Patrick Fingerhut ein glänzend aufgelegter Torhüter stand. Auf Bad Wildunger Seite bekamen dagegen Magnus Schengel und Birger Schwarz kaum eine Hand an die Bälle.

Als sich nach 35 Minuten auch noch Jan Gerlach eine völlig berechtigte Rote Karte einhandelte – er hatte Linksaußen Christian Schüttler beim Wurf in den Arm gegriffen – waren sämtliche Hoffnungen der Gäste endgültig vorbei. „Da muss ich wegbleiben“, gab der Kreisläufer zu und musste anschließend unter den Zuschauern verfolgen, wie sich sein Team weiter schwer tat.

Twistetal baute den Vorsprung nach 40 Minuten erstmals auf zehn Tore aus, nur 13 erzielte Treffer der Gäste zu diesem Zeitpunkt sprachen auf der anderen Seite eine deutliche Sprache.

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Twistetal schaltete nun einen Gang zurück und wechselte ab der 45. Minute munter durch, schonte unter anderem den angeschlagenen Philipp Rothmaier im Abwehrzentrum, was die Gäste nutzten, um das Ergebnis ein wenig zu verbessern. „Dass wir das heute hier so deutlich gestaltet haben, hat mich ein klein wenig überrascht“, so Wetekam nach dem Schlusspfiff, der zufrieden registrierte, „dass wir uns als Team gefunden haben“.

HSG Twistetal – Tor: Fingerhut, Tönepöhl; Feld: Ziesmann 2, Behle 4, Schüttler 4, L. Fingerhut 6/2, Happe 5, S. Fingerhut 7/1, Rothmaier 1, Weber 2, L. Schmidt, Öhl 2.

Bad Wildungen – Tor: Schengel, Schwarz; Feld: Bremmer 2, Maier 3, Grothnes, Bachmann, Gerlach 3, Appel 4, Ayanoglu, Juma 1, Riedesel 8/3, Derx 4, Wroszek 1, Altay 2.

Rote Karte: Gerlach (35., Foulspiel).

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